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Meister der Maria van Gelre, Passionsmeister der Maria van Gelre

Gebetbuch von Maria van Gelre
Herzogin Maria van Gelre in einem geschlossenen Hof
Kaiser Augustus und die Sybille von Tibur
Geldern, zirka 1415
Tempera-Farbe, Gold und Tusche auf Pergament
Sammlung Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts (eventuell auch früher) wurde diese schöne Handschrift in zwei Teile geteilt. Der Berliner Teil wurde aus konservatorischen Gründen aus seinem Einband herausgenommen. Aus diesem Teil werden zwei einzelne Miniaturen gezeigt: Maria van Gelre in einem abgegrenzten Hof (aus Sorge um die Empfindlichkeit des Werkes ist es nur bis zum 15. Oktober zu sehen), sowie Augustus und die Sybille von Tibur. Die Miniatur, die die geldrische Herzogin zeigt, erinnert in ihren eleganten Formen sehr an die Figuren des Monats April in den Très Riches Heures (siehe gespiegelte Abbildung). Auch die andere Miniatur, die die Vision des römischen Kaisers Augustus zu Zeiten der Geburt Christi zeigt, weist verwandte Züge mit dem Werk der Brüder Van Limburg auf.

Aus schriftlichen Quellen (Nr. 1-16) ist bekannt, dass die Brüder Van Limburg zwischen 1413 und 1415 gerade zu der Zeit einige Male in Nimwegen waren, in der dieses Gebetbuch illuminiert wurde. Obendrein war die Auftraggeberin die Herzogin Maria van Gelre, eine Nichte des Herzogs Jean de Berry, dem Brotgeber der Gebrüder. Der Wiener Teil dieses besonderen Gebetbuches beinhaltet keine Miniaturen, zeigt jedoch auf den aufgeschlagenen Textseiten des Kodex prachtvolle Dekorationen (siehe Abbildung).

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