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Unbekannter Meister

Gesellschaft in Hofkleidung
Geldern, zirka 1415
Silberstift, mit Tusche ausgearbeitet
Sammlung Uppsala, Universitet Biblioteket

Abgesehen von einer Zahl illuminierter Handschriften ist diese Zeichnung eines der wenigen Kunstwerke, die mit dem geldrischen Hof in Verbindung gebracht werden können. Zwei elegante Paare stehen einander gegenüber: Es scheint sich um eine Verlobungsszene zu handeln. Das Hündchen in den Armen des links stehenden Mannes symbolisiert vermutlich die eheliche Treue, während die Flöte in der Hand des zweiten Jünglings die Sünde und Zügellosigkeit repräsentiert. Die Zeichnung scheint auf Beharrlichkeit in der Liebe im Gegensatz zu Untreue anspielen zu wollen. Die Darstellung erinnert stark an eine Verlobungsszene in der Miniatur des Monats April in den Très Riches Heures der Brüder Van Limburg (siehe Abbildung). Sie weist auch eine deutliche Verwandtschaft mit dem Gebetbuch der Maria van Gelre auf (Nr. 22-23).

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