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Pilgerfahrtampulle

Burgund, Kartäuserkloster von Champmol bei Dijon
15. Jahrhundert
Zinn-Blei
Verschiedene öffentliche und private Sammlungen

Diese häufig in Geldern oder anderen Teilen der Niederlande gefundenen religiösen Souvenirs verbinden uns mit den drei Brüdern Van Limburg und mit ihrem Onkel Johan Maelwael. Die Pilger, die diese Ampullen kauften, nahmen darin Heilwasser mit nach Hause. Dieses Wasser stammte aus dem monumentalen Brunnen im Kartäuser- Kloster (Chartreuse) in Champmol bei Dijon. Herzog Philip der Kühne stiftete das Kloster kurz nach 1380. Die Ampullen zeigen alle das burgundische Wappen des Herzogs.
Der Springbrunnen in Champmol wurde von niedrigen Mauern umgeben, die ein Becken bildeten. In diesem Becken stand eine Gruppe Figuren des berühmten Bildhauers Claus Sluter, die Propheten (siehe Abbildung) und eine Kreuzigung zum Thema hatte. Johan Maelwael erhielt von Herzog Philip dem Kühnen einen ehrvollen Auftrag, um den Springbrunnen zu bemalen und zu vergolden. Das Denkmal wird auch 'Fons Vitae', Lebensbrunnen, genannt. Es folgt der Tradition monumentaler, auf einem vielseitigen Sockel platzierter, Kruzifixe. Verschiedene Miniaturen in den Belles Heures und den Très Riches Heures zeigen, dass die Brüder Van Limburg sich durch solche Monumente inspirieren ließen.
Das Kloster in Champmol wurde ein Zentrum von großer religiöser und kultureller Bedeutung. Philipp der Kühne und seine Nachfolger schenkten den Mönchen kostbare Reliquien und große Kunstwerke für die Innenausstattung der Kirche. Die Burgundischen Herzöge ließen sich dort auch begraben. Wegen der Ablässe die mit diesem Ort verbunden waren, war es noch verlockender um nach Burgund abzureisen. Es verwundert daher nicht, dass dieses Kloster im Mittelalter ein sehr beliebter Wallfahrtsort wurde.

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