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Die heilige Ursula und die elftausend Mägde
Der heilige Franziskus empfängt die Stigmata

Les Belles Heures de Jean de Berry
Paris oder Bourges, 1405-1408/09
Tempera-Farbe, Gold und Tusche auf Pergament
Sammlung New York, The Metropolitan Museum of Art, Cloisters Collection

Das Herz der Ausstellung bilden zehn Doppelseiten aus den Belles Heures. Die Brüder Van Limburg fertigten dieses wunderschöne Stundenbuch zwischen 1405 und 1408/09 im Auftrag ihres Brötchengebers Jean de Berry. Es ist die einzige Handschrift, die sie ganz vollendet haben. Das Metropolitan Museum of Art in New York, das die Handschrift gegenwärtig bewahrt, entschied sich für eine Restaurierung des Buches und der Herstellung einer Faksimile-Ausgabe. Aus diesem Grunde mussten die Doppelseiten aus ihrem Einband genommen werden. Dies bot die Gelegenheit, um in dieser Ausstellung zum ersten Mal - und wahrscheinlich für lange Zeit zum letzten Mal - so viele Miniaturen aus diesem Werk in Spitzenqualität zeigen zu können.

Das Gebet der heiligen Ursula wurde illustriert mit der dramatischen Szene des Martyriums der Heiligen. Ursula wurde zusammen mit ihren Gesellinnen - der Legende zufolge waren es elftausend - bei Köln, als sie dort mit einem Schiff aus Rom ankamen, von den Hunnen ermordet. In Anbetracht des Massakers erhebt eine der Mägde auf dem Schiff - die heilige Ursula selbst? - in Verzweiflung ihre Hände gen Himmel.
Das wichtigste Ereignis aus dem Leben des heiligen Franziskus war der Moment, an dem er die fünf Wunden Christi an seinem eigenen Körper erscheinen. Diesen Augenblick stellten die Gebrüder als Illustration beim Gebet an diesen Heiligen dar. Im Himmel erscheint der gekreuzigte Christus. Im selben Augenblick zeigen sich die Wunden an Händen und Füßen sowie an der Brust, wie wir durch eine Öffnung in der Kleidung sehen können. Ein Mitbruder, der seine Arme in Bestürzung gekreuzigt hat, ist Zeuge dieses Wunders.

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